Großbritannien am Ende der Welt

Share on FacebookShare on Google+Email this to someone

Tristan da Cunha ist eine Inselgruppe im Südatlantik. Sie ist von der Südspitze Afrikas rund 3000 Kilometer entfernt. Von Montevideo, der Hauptstadt Uruguays in Südamerika, trennen sie 3500 Kilometer. Die Hauptinsel heißt ebenfalls Tristan da Cunha, ist 98 Quadratkilometer groß und der Gipfel eines gewaltigen Unterwasser-Vulkans, dessen Kraterrand sich aus etwa 2000 Metern erhebt. Zum Archipel gehören Inaccessible, Nightingale, Middle Island, Stoltenhoff und Gough. Diese Inseln sind unbewohnt, nur auf Gough, dem 400 Kilometer südöstlich des Archipels gelegenen Eilands, gibt es eine betreute Wetterstation.
Derartige Eckdaten verdeutlichen die einsame Lage der Inselgruppe. Sie ist der am weitesten entlegene bewohnte Ort der Welt. Die Geschichte der Insel beginnt im März 1506, als der portugiesische Admiral Tristan da Cunha sie und das zur Inselgruppe gehörende Nightingale Island entdeckte. Er gab der Insel seinen Namen, obwohl er wegen rauer See und der schroffen Felsenküste nicht an Land gehen konnte. Wahrscheinlich im selben Jahr wurde, ebenfalls von einem Portugiesen, dem Seefahrer Gonçalo Álvares, die Insel Gough verzeichnet.
Erste kartografische Aufzeichnungen entstanden im Jahre 1767, auf denen ein kleiner See und ein Wasserfall im Norden der Insel Tristan da Cunha abgebildet sind. Veröffentlicht wurden diese Resultate allerdings erst 1781. Drei Amerikaner, unter ihnen Jonathan Lambert, kamen 1810 nach Tristan da Cunha. Lambert, der aus Salem in Massachusetts stammte, ließ sich in der „Boston Gazette“ vom 18. Juli 1811 als Eigentümer der Insel erwähnen. Er verunglückte 1812 mit seinem Boot.
Als bewohnt gilt Tristan da Cunha offiziell seit 1815. Ureinwohner gab es nicht. Da im Oktober 1815 der abgedankte Kaiser Napoleon nach St. Helena verbannt wurde, wo er sechs Jahre später starb, stationierte die Britische Admiralität eine Truppe Bereitschaftssoldaten. Die Sorge, Frankreich könne die Insel als Basis nutzen, um den von den Engländern so verhassten Feldherrn zu befreien, war der Grund für die formelle Annexion im August 1816. Als die Garnison nach Napoleons Tod abrückte, blieben einige Soldaten zurück. Es kamen Schiffbrüchige hinzu, Deserteure, Robbenjäger, Matrosen von Walfangschiffen und einige Frauen aus St. Helena.